Liebe Genießer und Weinfreunde!
Wir stellen Ihnen unseren neuen Weinberg im Calmont vor. Es ist uns mit Hilfe des Kulturamtes gelungen, die Fläche von 1,5ha zu erwerben. Die alte Bezeichnung des Weinbergs ist "Fachkaul" - er bestand ursprünglich aus 112 einzelner Parzellen. Seit dem Frühjahr 2002 arbeiten wir im neuen Weinberg, der größte Teil der Fläche war verwildert und muss von Hand gerodet werden. Unseren Traum hier wieder Rebstöcke, aber auch Feigen, Kiwis, Pfirsich-, Mandel- und Aprikosenbäume zu pflanzen, wollen wir Stück für Stück verwirklichen. In den nächsten 10 Jahren soll hier ein kleiner Biotop entstehen. Informieren Sie sich über unsere bisherigen Aktivitäten!
Frühjahr 2002 – Wiedererwecken aus dem Dornröschenschlaf
Das Roden beginnt: Gemeinsam mit unseren fleißigen Helfern packen wir’s an! Der Bau der Monorackbahn ist zu diesem Zeitpunkt erst in Planung. Das heißt, alle Arbeitsgeräte müssen nach oben getragen werden. Sie können sich vorstellen, dass dies bei einer Steigung von 65° und steinreichem Boden gar nicht so einfach ist. Da geht’s manchmal einen Schritt vor und zwei zurück. Ein Helfer war ausschließlich beschäftigt mit der Verpflegung und vor allem mit frischem Trinkwasser ständig auf und ab zu krabbeln. Denn: die harte körperliche Arbeit macht hungrig und durstig.
Sommer 2002 – Der Bau der Monorackbahn
Es geht weiter, wir beginnen mit dem Bau der Monorackbahn. Die Zahnradbahn wird zum Transport von Arbeitsgeräten/Material und zum Personentransport benötigt. Der Bau des ersten Stranges der Monorackbahn steil hinauf bis über den Calmont-Klettersteig wird fertig gestellt. Insgesamt werden fast 500 Meter Schienen benötigt.
Dezember 2002
So lasst uns denn ein Pfirsichbäumchen pflanzen - so geschehen im Dezember 2002.
Februar 2003 – Weitere Schienenstränge für die Monorackbahn
Im Februar geht’s weiter mit dem Bau der Monorackbahn. Es werden zwei Weichen eingebaut, die Schienenstränge verlaufen jeweils auf der rechten und der linken Seite bis hin zum Klettersteig.
März 2003 – Das Roden geht weiter
Einige alte Arbeitsgeräte kommen zum Einsatz: Mit dem “Ziehmax“ ziehen wir die alten, tief wurzelnden Rebstöcke aus dem steinigen Schieferboden. Der „Franzil“ und der “Grubber“ dienen dazu den Boden zu lockern und die alten Wurzeln herauszuziehen. Nach hartem Arbeitseinsatz stehen wir auf dem ersten pflanzfertigen Schiefergestein. Die Pflanzstäbe für 1400 Reben sind gesetzt.
April 2003 – Die ersten Weinstöcke werden gepflanzt
Die ersten jungen Rieslingreben finden ihren Platz in der Fachkaul. Die Pflanzlöcher müssen in mühevoller Handarbeit ca. 30cm tief gegraben werden. Der Bohrer als Hilfsmittel kommt in dem extrem steinigen Boden nicht zum Einsatz. Mit Torf und Wasser pflanzen wir 1400 Rebstöcke – weitere 5000 Reben folgen in den nächsten Jahren.
Viele fleißige Helfer sind im Einsatz. Zum Beispiel das Team vom Landhotel Kucher, Darscheid pflanzte am 14. April einen Tag hier im Calmont Rebstöcke. Martin Kucher nach anstrengendem Arbeitseinsatz: „Harte Schufterei, aber bei der nächsten Aktion sind wir wieder dabei! - wir wollen alles Schritt für Schritt miterleben.
Sommer 2003 – Die jungen Weinstöcke sind angewachsen
Wir freuen uns, dass die im April gepflanzten Rebstöcke fast alle angewachsen sind. Bei feuchtwarmen Klima klettern sie schon ca. 40cm an ihren Pfählen hinauf. Da die bepflanzte Fläche zuvor Brach lag, wuchern immer wieder Brombeerdornen, Ackerwinde und andere Kräuter durch. Das heißt, der steinreiche Boden muss alle drei Wochen mit der Hacke bearbeitet werden damit der Weinberg nicht wieder ganz zuwuchert und die jungen Reben genügend Licht und Luft bekommen.
Ein Feigenbäumchen hat seinen Platz an einer wärmespeichernden Trockenmauer gefunden und wächst schon fleißig.
November 2003 – Weinbergspfirsich und Mandelbäumchen werden gepflanzt
Am 8. November finden 6 Weinbergspfirsichbäumchen und 10 Mandelbäumchen ihren Platz in der Fachkaul. Wegen des trockenen Sommers müssen die Pflänzchen kräftig angegossen werden, damit sie auch anwachsen.
Frühjahr 2004
Nun geht's weiter hier im Calmont - Roden, roden, roden! Wir können es selbst kaum glauben:
Nach 5 Wochen mühevoller Rodungsarbeit stehen wir auf pflanzfertigem Schieferboden für 2900 Reben. Dank der fleißigen Helfer und dem Einsatz von alten Arbeitsgeräten geht es zügig voran. Ein weiterer Abzweig der Monorackbahn wird Ende Februar fertig gestellt.
Damit Sie sich ein Bild machen können, hier einige alte Fotos, die vor der Rodung aufgenommen wurden - im Vergleich zu dem aktuellen Geschehen hier in der Fachkaul.
Sollen wir es wirklich wagen? Die ersten Gedanken hier wieder Reben zu pflanzen, entstanden 1999. Zu dem Zeitpunkt sah es hier noch sehr verwildert aus.
Februar 2004 - Die größte Fläche in der Fachkaul ist pflanzfertig - in diesem Frühjahr werden weitere 2900 Rieslingreben von Hand gepflanzt.
Die Pflanzaktion – 19. April 2004
Nach den Rodungsarbeiten werden die Rieslingreben gepflanzt. In diesem Jahr sind es 2900 Weinreben (im letzen Jahr 1400), die ihr Plätzchen im Calmont finden. Mit Torf und Wasser kommen sie in den steinigen Schieferboden. Es geht zügig voran, heute pflanzen wir für dieses Jahr die letzten hundert Rieslingreben.
Das Rehwild beißt die jungen Triebe ab
Wir kämpfen mit dem Rehwildverbiss – das Wild frisst uns das zarte junge Grün der Weinstöcke ratzeputz ab. Deshalb bekommen die Pflänzchen nun einen Schutz der Firma Combibloc. "Orange-Banane" sieht lustig aus - und schützt die Reben zumindest bis sie weiter herausgewachsen sind. Da hilft nur die Bejagung von Reh- und Schwarzwild im Calmont. Nun, die Jagdpächter sind informiert und wir hoffen, dass in den nächsten Wochen ein paar Stück Rehwild zur Strecke kommen.
Zurück in die steile Lage
Vielleicht fragen Sie sich, warum wir gerade in diesen extremen Steilhängen arbeiten? Die Antwort
ist einfach: Nur hier, können wir einzigartige, individuelle Rieslinge erzeugen. Für uns ist es wichtig, dass Sie und Ihre Gäste mit dem Öffnen jeder Flasche aus den steilen Schieferterrassen den Weinberg riechen, schmecken und spürbar erleben. Ein „Prosit“ auf Sie und eine der schönsten Weinlandschaften der Welt, auf die Terrassenmosel.
Herzliche Grüße
Ulrich und Iris Franzen
In flüssiger Form zurück in den Calmont
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