Feigen – Tropenfrucht an der Mosel

Text und Fotos von Rolf Goergen


In ihrem sozial-kritischen Roman „Die goldenen Berge“ (damit sind die Moselberge und im speziellen der Calmont gemeint) berichtet die Schriftstellerin Clara Viebig bereits 1928 von Feigenbäumen, die in Bremmer Gärten standen und süße Früchte trugen. Jetzt, immerhin fast 80 Jahre später, sind es eher mehr geworden. Außer im Calmont, steht auch so mancher Feigenbaum mitten im Dorf. Einer dieser strauchartigen Bäume hat mittlerweile die stattliche Höhe von über drei Metern erreicht – und hängt voller Früchte. Ab August darf geerntet werden. Die birnenförmigen Feigen sind vielseitig verwertbar; wer kennt sie nicht die getrockneten Leckereien aus dem Obsthandel? Auch als Marmelade oder Konfitüre erfreut sie so manchen Gaumen. Doch die einfachste Art, die Tropenfrüchte zu genießen – man pflückt sie frisch vom Baum, um sie sich dann mit Brot, Käse und einem Glas Riesling zu Gemüte zu führen. Ein Genuss ohne Reue!

Abschließend noch ein paar botanische Details: Der „Echte Feigenbaum“ (Ficus carica) gehört zur Familie der Maulbeerbaumgewächse, und zwar zur Gattung der Gummibäume. Wenn spät im Jahr die großen und tief eingekerbten Blätter herabfallen, sieht man die kleinen Feigen im Geäst hängen, die erst im Folgejahr zur Reife gelangen. Auf den Punkt gebracht: Die Früchte mit dem südlichen, ja tropischen Flair können erst im zweiten Jahr nach der Blüte – die völlig unscheinbar verläuft – geerntet werden. – Anders ausgedrückt: Bis zur Ernte hängen zwei Generationen Früchte am Baum. – Interessant auch die Erkenntnis, dass hier bei uns etliche Gewächse vorkommen und bestens gedeihen, deren ursprüngliche Heimat eigentlich im Mittelmeerraum liegt. Das milde Klima unserer heimischen Flusslandschaft kommt diesen Pflanzen sehr entgegen.

Ein schöner Erntekorb mit Feigen