Walnuss – Schattige Alleen am Fluss

aus „Natur, Kochkunst & Kultur Eifel – Mosel – Hunsrück“

Walnuss – Schattige Alleen am Fluss

Besonders schöne Walnussalleen findet man bei uns entlang der Moselstraße am Fluss. Es sind prachtvolle, schatten spendende Bäume. Man nennt sie im Volksmund nur „Nüss“. Auch als Einzelpflanzung ist der Nussbaum sehr beliebt und füllt manchen Dorfplatz mit Leben. Bei uns ist er nicht nur ein Treffpunkt für die Jugend.

Der lateinische Name lautet Juglas regia, aus der Familie der Juglandaceae, der Walnussgewächse.

Die Walnuss ist in Amerika, Südeuropa und Ostasien zuHause. Der Baum liebt eine warme und geschützte Lage und ist deshalb in Weinbaugegenden mehr verbreitet als in den kälteren Höhenlagen, obwohl er auch dort gedeiht.

Die Walnuss kann sehr alt werden, bis zu 600 Jahre. Sie bildet haushohe, imposante Bäume, die bis zu 30 m hoch werden. Die Blätter sind wechslständig, unpaarig gefiedert, die Blüten unscheinbar. Die männlichen Staubgefäße fallen als sogenannte „grüne Würmchen“ ab. Die Früchte haben eine harte Schale (Stein) mit essbaren, sehr fetten Samen das ist unsere Nuss.

Unsere fleißigen Vögel, vor allem die Krähen, verlieren schon mal eine Nuss aus ihrem Schnabel, die wir dann als Pflänzchen im Weinberg oder im Garten wieder finden.

Walnussbäume werden auf zwei wirtschaftlich brauchbaren und nennenswerten Unterlagen veredelt. Juglas nigra, die Schwarznuss ist recht frosthart und verleiht dem Walnussbaum einen mäßigen bis schwachen Wuchs. Die auf Juglas regia Sämlingen veredelten Sorten wachsen sehr stark. Sie vertragen das Verpflanzen besser und die Bäume wachsen schneller und lückenloser an.

Empfehlenswerte Sorten sind:
- Geisenheim-Rüdesheim
- Güls/Mosel, eine der besten Sorten für den allgemeinen Anbau zu empfehlen und
- Rote Moselwalnuss. Diese ist eine Besonderheit und wird nur in Mühlheim/Mosel angebaut. Der Kern ist dunkelrot mit zum Teil hellen Stellen. Sie ist sehr dekorativ für den Haushalt, schmeckt sehr gut und ist für den Konditor sehr interessant. Man muss darauf hinweisen, dass sie sehr frotsempfindlich ist.
(Weitere Informationen über die Sorten und Unterlagen erteilt die Forschungsanstalt Geisenheim, Fachgebiet Obstbau, Prof. Dr. H. Jacob.)

Die Pflege ist einfach, wir brauchen keinen Pflanzenschnitt. Nur die zu dicht stehenden und dürren Äste werden entfernt, ein regelmäßiger Rückschnitt entfällt. Falls doch ein Schnitt notwendig ist, dann nur im Frühsommer.

Walnüsse bieten Vielfalt!
Frische Nüsse schmecken mit der Haut bitter, deshalb lohnt es sich, die Nüsse zu schälen. Man verwendet sie zum Backen, Kochen, für Liköre, Nussöl, Tinktur, zum Basteln und Färben. Mancher sagt auch: Die Nuss hat die Form des menschlichen Gehirns, sie ist also auch gut für unser Gedächtnis, sie ist Nervennahrung.

Erntezeit ist im Herbst, in den Monaten September und Oktober. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die grüne Schale aufplatzt und sich leicht lösen lässt.
Vorsicht! Die Schalen sind sehr farbintensiv, man sieht es an den braunen Fingern. Hier sind Handschuhe angebracht. Die Nüsse müssen nach der Ernte trocken und luftig gelagert werden.

Die Walnussernte lockt viele an die Mosel!
In den Moselgemeinden werden zur Erntezeit die Nussbäume vom Bürgermeister an die Interessenten meistbietend versteigert. In Mesenich geschieht dies am Kirmessonntag und findet oft reges Interesse. Extra zur Erntezeit der Nüsse reisen viele Gäste an die Mosel. Sie sind mit Tüten bewaffnet und schon in aller Frühe anzutreffen. Es ist eine richtige Volkswanderung. Alle wollen Nüsse ernten!

aus „Natur, Kochkunst & Kultur Eifel – Mosel – Hunsrück“


Hier finden Sie das Rezept vom Walnusscamembert und Brie